Der Reisende

Er spielt die Rolle seines Lebens. Er ist der, der sich selber darstellt. Ein Stück führt er auf, das auch ganz anderes hätte kommen können. Dahinter gibt es nichts mehr: Es gibt keine Schicksale, keine Personen und keine Menschen. Geneigte Egos machen deswegen zuweilen Rast in der Hast, planen den Plot weiter durch und wechseln das Image. Pfuipfuis nehmen dafür Agenten: Aber wer sich schon selbst nicht über den Weg traut, wird das nicht für das letzte Wort halten. Es ist das Handwerk der Wandlungen, welches man pflegt, um sich an beschleunigt wandelnde Zustände wenigstens leidlich anzupassen, ohne sich ihnen mit Leib und Seele auszuliefern, oder mit dem, was man davon noch besitzt. Um also ein “flexibler Mensch” passend zur Zeit zu sein. So ist man ein ewiges Dilemma, sich abarbeitend an einer Welt, zu der man nicht passt. Ein Kampf in einem selbst ist das, den man nie angezettelt hat, der einem aber in die Wiege geworfen wurde als Geschenk einer bösen Fee. Freilich, man kann es auch andersrum sehen: Zum Glück überlebt man definitiv den nächsten Bürgerkrieg. Es sei denn, man will einen auf Märtyrer machen.

 


This is Germany : Argot