- Wer keiner restriktiven Form angehört, kann sich alles erlauben. Oder, wie es der göttliche Nietzsche in die Zeit warf, wer Chaos in sich birgt, soll funkelnde Sterne gebären. Manchmal glaubt man ja fast, der hätte lieber auf den Spuren von Wilde und Andersen wandeln und also märchenhaftes verfassen sollen. Nun: So lässt sich das Leben aushalten. Wenn man dazu nicht fähig ist, hilft es intellektuellen Suizid anzudrohen mit der in der im Freundeskreis gestreuten Bemerkung jetzt aber mal endlich bürgerlich zu werden. Dann geht das Lotterleben mit einmal wieder weiter, weil eine Unwucht einen vom Totpunkt schleudert. Denn: Sie brauchen einen so wie man sie. Ihr Alltag wäre zu eintönig und die ganzen Geheimratsecken, Traumhäuser und kleinen Süßen wären ja umsonst erstanden wurden, wenn plötzlich keiner mehr für den ganzen schrägen Rest zuständig wäre. Jede Zeit braucht ihre Narren, Laborratten, Pioniere, Freaks und Paradiesvögel, wohl einfach, um sich zu orientieren. Da hat man also reichlich Auswahl im Fundus, wenn man nur will. Hauptsache man gibt auch ordentlich Gas damit um wieder durchzuknallen. Loser hat die Welt nun mal satt: Die gibt es schon vor jedem Supermarkt im halben Dutzend, in den Formen Flachmann, Bier und Psycho – aber selbst die braucht die bürgerliche Welt, nur um sich mal so richtig besser zu fühlen. Wenn man sich schon fürs Anpassen anpissen lässt, muss jemand anders dafür angepisst aussehen.
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